Warum gibt es die Hundesteuer? Geschichte, Zweck & Kritik
Jonathan
Redakteur für Verwaltungsrecht & Hundehaftpflichtwesen beim Hundesteuer-Datenbank Deutschland.
Zuletzt aktualisiert
01. Juli 2026
Die Hundesteuer gehört zu den ältesten noch erhobenen Abgaben Deutschlands — und zu den umstrittensten. Warum zahlen Hundehalter überhaupt, während Katzen steuerfrei bleiben? Ein Blick auf Geschichte, Rechtsgrundlage und den Zweck der Abgabe.
Woher kommt die Hundesteuer?
Ihre Wurzeln hat die Hundesteuer im frühen 19. Jahrhundert: In Preußen wurde sie 1810 als Luxussteuer eingeführt — wer sich einen Hund „leisten" konnte, ohne ihn als Arbeitstier zu brauchen, sollte dafür zahlen. Aus der Luxusabgabe von damals wurde die heutige kommunale Aufwandsteuer: Besteuert wird der besondere Aufwand der privaten Hundehaltung.
Die Rechtsgrundlage heute
Grundlage ist Art. 105 Abs. 2a Grundgesetz, der den Ländern die Gesetzgebung über örtliche Aufwandsteuern zuweist; die Kommunalabgabengesetze der Länder geben die Erhebung an die Gemeinden weiter. Deshalb legt jede Gemeinde ihren Satz selbst in einer Hundesteuersatzung fest — und deshalb reicht die Spanne von unter 20 € bis über 180 € im Jahr, wie unser deutschlandweiter Vergleich zeigt.
Wohin fließt das Geld?
Die Hundesteuer ist nicht zweckgebunden: Die Einnahmen fließen in den allgemeinen Haushalt der Gemeinde — nicht automatisch in Kotbeutelspender oder Hundewiesen. Bundesweit nehmen die Kommunen damit über 400 Millionen Euro pro Jahr ein (2023 laut Statistischem Bundesamt rund 421 Millionen Euro), Tendenz seit Jahren steigend.
Warum zahlen Katzenhalter nichts?
Rechtlich dürfte eine Gemeinde auch eine „Katzensteuer" als Aufwandsteuer erheben — praktisch tut es keine. Neben dem hohen Kontrollaufwand steckt hinter der Hundesteuer auch eine Lenkungsabsicht: Sie soll die Zahl der Hunde im öffentlichen Raum steuern — sichtbar an den stark erhöhten Sätzen für Listenhunde, mit denen manche Kommunen bestimmte Rassen faktisch verdrängen.
Kritik an der Hundesteuer
Tierschutzverbände kritisieren die Abgabe seit Jahren: Sie verteuere verantwortungsvolle Haltung, während die Einnahmen nicht der Tierhaltung zugutekommen müssen. Abgeschafft wurde sie dennoch fast nirgends — für viele Gemeinden ist sie eine verlässliche Einnahmequelle.
Wie hoch die Hundesteuer bei Ihnen ist, zeigt die Ortssuche — für tausende Gemeinden amtlich verifiziert direkt aus der Satzung.
Über den Autor
Jonathan Berrar
Redakteur für Verwaltungsrecht & Hundehaftpflichtwesen bei der Hundesteuer-Datenbank Deutschland. Spezialisiert auf kommunale Steuerverordnungen und Hundehaltungsrecht.
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